Es gibt kein richtiges Parken im falschen

„Isch ‘aabe gaa kain Auto“ – erinnert sich jemand an diesen Satz des sympathischen Italieners aus den Zeiten, als TV-Spots noch in aller Munde waren? Mein Freund Michi pflegte seine Strafmandate mit diesem Satz zu beantworten, bisweilen sogar mit Erfolg – sagte er zumindest ….

Ich habe seit mittlerweile 4 Jahren tatsächlich kein Auto mehr, verzichte also auf den vermeintlichen Luxus eines privaten Kraftfahrzeugs. Damit geht es mir, nach einer gewissen Zeit des Entzugs – was angesichts von über 30 Autos, die ich bzw. die mich in den Jahrzehnten davor bewegten, keine Überraschung ist – vergleichsweise gut. Allerdings bin ich weiter mobil, mitunter eben auch auf vier selbstgesteuerten Rädern – nur sind es dann Fahrzeuge aus dem Carsharing, der Autovermietung oder ich bewege mich mit Autos aus dem Freundeskreis.

Wenn es notwendig ist, ist das Autofahren auch mal wieder bequem, komfortabel oder macht hin und wieder sogar Spaß! Wenig Freude bei diesen selten gewordenen Erlebnissen bereitet neben den anderen Autos indes der Umstand, dass sie in hoher Frequenz mit Knöllchen einhergehen, die mich so regelmäßig heimsuchen, dass ich mitunter daran zweifle, dass sich dauerhafte Autobesitzer derlei auf Dauer leisten können. Nein, ich bewege mich zwar durchaus flott mit den Leihautos, aber es sind nicht Geschwindigkeitsüberschreitungen oder überfahrene rote Lichtzeichenanlagen, die mittels Verwarnungen sanktioniert werden. Ich bekomme Parkknöllchen! Nicht, dass ich ständig die eindeutig gekennzeichneten Verbotszonen nutzen oder gar Einfahrten zuparken würde. Es gelingt mir nur nicht immer, die ganze Tragweite zeitlicher oder räumlicher Begrenzung zu erfassen und zu berücksichtigen und, zack, sofort klemmt einer dieser Zettel hinter dem Scheibenwischer. Bisweilen bekomme ich nicht mal diesen zu Gesicht, da das Fahrzeug inzwischen gar nicht mehr in meiner Nutzung ist ….

FischParken

Mitunter bin ich geneigt, einen Anflug von Paranoia zu entwickeln, auf dem Gefühl fußend, dass die Verteiler der Knöllchen scheinbar nur darauf warten, mich irgendwo ein Auto abstellen zu sehen, wo es nicht zu 100 Prozent erlaubt ist. Letzteres scheinen mir auch inzwischen sehr rar gewordene Plätze zu sein, denn ich bin ob der in jüngerer Zeit gemachten Erfahrungen ja durchaus bemüht, der Verwarnung aus dem Weg zu gehen. Aber kaum lasse ich die zusätzliche Aufmerksamkeit mal etwas schleifen: Knöllchen!

Einige Mitmenschen werden jetzt sagen, so ist es nun mal und wer für sich in Anspruch nehmen möchte, milder als andere beurteilt zu werden, der wird zurecht schnell eines besseren belehrt. Jedoch irritiert mich bei alledem, dass dies durchaus nicht für alle zu gelten scheint. So wohne ich z.B. an einem Fußweg in der City, der als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet und für die roten Autos der Retter ausgelegt ist. Dort sind die Absperrpfosten schon seit langer Zeit spurlos verschwunden und alltäglich parken auf dem Rettungsweg diverse nichtrote Fahrzeuge, ohne dass ich auch nur einmal ein Knöllchen an diesen entdecken konnte. Auch die stets auf den Fahrradstreifen abgestellten Autos, um die ich mit dem Drahtesel auf die Fahrbahn ausweichen muss, sind nie mit den mir so bekannten Zetteln verziert. Selbst der regelmäßig auf dem Fußweg neben der Bushaltestelle vor meinem Haus geparkte Geländewagen ist augenscheinlich für die Ordnungshüter unsichtbar!? Gern würde ich an den Zufall glauben, trüge nicht der in der Nacht vor dem gleichen Haus geparkte und blöderweise nach Ablauf der erlaubten Parkzeit dort immer noch stehende Carsharingkleinwagen am Morgen die Insignien des Erwischten …

Möglicherweise begegnet mir hier eine moderne Variante des Darwinismus, mit dem die richtig Mutigen für ihr Tun und Sein belohnt werden. Im Gegensatz dazu werden die sich kleinmütig irgendwo im halblegalen Raum hindrückenden betont darauf aufmerksam gemacht, dass sie dafür den kleinen zusätzlichen Beitrag entrichten müssen, den die anderen bereits mit Kauf und Betrieb eines großvolumigen Dauerfahrzeugs abgeleistet haben!? Ich durchkämme deshalb inzwischen die einschlägigen Portale auf der Suche nach einer möglichst fetten Limousine, die ich dann unbesorgt vor dem dem Fahrradständer am Haus abstellen kann. Da ist jedenfalls immer was frei.

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This entry was written by admin , posted on Mittwoch Januar 29 2014at 09:01 pm , filed under Allgemein and tagged , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink . Post a comment below or leave a trackback: Trackback URL.

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